Phantastische Gründe

Neun Kunstschaffende erkunden in vielfältigen Arbeiten Erinnerung, Identität und gesellschaftlichen Wandel mit vielseitigen Perspektiven.
Wie prägen Erinnerungen unsere Identität?
Wie verändern sich Landschaften und welche Werte schreiben wir Dingen zu? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Phantastische Gründe“ in der Villa Merkel. Neun Meisterschülerinnen und Meisterschüler präsentieren im Weißenhof-Programm der Bildenden Künste ihre Arbeiten. Die Ausstellung setzt die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Galerie der Stadt Esslingen und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bereits zum zehnten Mal fort.
Die künstlerischen Positionen eröffnen vielfältige Zugänge zu persönlichen und gesellschaftlichen Themen und verbinden diese immer wieder mit dem Ausstellungsort.
Elif Gelik und Stefanie Fleischhauer beschäftigen sich mit Migration, Familiengeschichte und der Erinnerung an Orte und Lebenswelten, die zum Teil nur noch in Fotografien und Erzählungen existieren. Charlotte Klinger erkundet mit analoger Schwarz-Weiß-Fotografie das Verhältnis von äußerer Wirklichkeit und inneren Empfindungen. Andere Arbeiten richten den Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Überlieferung. Junho Jeong verbindet in seinen großformatigen Malereien unterschiedliche Bildtraditionen und kulturelle Einflüsse: Traditionelle ostasiatische Malerei treffen auf europäische Architektur, Ornamente und Popkultur. Yeeun Kim macht mit einer begehbaren Installation den Übergang ins Erwachsenenleben und die damit verbundenen Unsicherheiten räumlich erfahrbar. Yasamin Saffarian greift auf Filmmaterial aus der iranischen Kino- und Kulturgeschichte zurück und beleuchtet Fragen kollektiver Erinnerung.
Auch der Umgang mit Natur und Wertvorstellungen spielt eine wichtige Rolle. Johannes Ocker zeigt in seiner Videoarbeit Landschaften im Wandel und spürt der Schönheit des Vergänglichen nach. Hannah Zenger widmet sich anhand eines mit der Zeit gewachsenen Archivs dem bedrohten Lebensraum Hochmoor. „Kunst und Kram – Alles muss raus“: Angela Vanini untersucht, wie Dinge gesammelt, bewahrt und aussortiert werden und wodurch Gegenstände, Arbeit und Kunst ihren Wert erhalten.
Die Ausstellung vereint Malerei, Fotografie, Film, Textilkunst und Installationen. Dabei treten die Werke in einen Dialog mit den Räumen der Villa Merkel und laden dazu ein, gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen und neue Zusammenhänge zu entdecken.
Eröffnet wird „Phantastische Gründe“ am Donnerstag, 22. Oktober, um 19 Uhr in der Villa Merkel.
Nach Grußworten von Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar, Professorin Dr. Eva-Maria Seng, Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, und Galerieleiter Sebastian Schmitt sind die Besuchenden zu Musik und Getränken eingeladen.
Während der Ausstellung finden donnerstags um 18:30 Uhr und sonntags um 15 Uhr Führungen statt.
Am 25. Oktober sowie am 8. und 22. November geben die Meisterschülerinnen und Meisterschüler bei den Führungen selbst Einblicke in ihre Arbeiten.
Alle weiteren Informationen und das vollständige Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es online unter villa-merkel.de.
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