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Die Waldschnepfe - eine Heimlichtuerin in unseren Wäldern

19:30 – 21:30 Uhr
Rathaus, Zofingen
Die Waldschnepfe - eine Heimlichtuerin in unseren Wäldern

Pierre Mollet, Biologe der Schweizerischen Vogelwarte, präsentiert faszinierende Details zur Waldschnepfe, ihrem Verhalten und aktuellen Forschungsergebnissen.

Die Waldschnepfe ist die vielleicht schrägste einheimische Vogelart. Ein Watvogel, der im Wald brütet, wie ein Frosch ruft, die hellsten Federflecken der gesamten Vogelwelt sein Eigen nennt und während der kalten Jahreszeit nach Südwesten wegzieht.

Die Waldschnepfe ist eine Zugvogelart und in der Schweiz und überhaupt in Eurasien weit verbreitet. Trotzdem ist eher wenig über sie bekannt. Das liegt vor allem an ihrer extrem heimlichen Lebensweise. Während der Brutzeit von Ende April bis Anfang Juli halten sich Waldschnepfen fast nur in Wäldern mit dichtem Unterholz auf. Verharren sie regungslos, sind sie dank ihres tarnfarbenen Gefieders selbst auf wenige Meter Distanz kaum zu sehen. Auffällig ist zu dieser Jahreszeit nur die Balz. Die männlichen Vögel fliegen in der Abenddämmerung und frühmorgens über Waldlichtungen und geben dabei ihren unverwechselbaren Gesang von sich: ein dem Ruf von Fröschen ähnliches Quaken, vermischt mit scharfen, hochfrequenten Pfiffen. Für die innerartliche Kommunikation in der Dunkelheit haben Waldschnepfen aber auch visuelle Signale entwickelt. Die weissen Flecken auf ihren Federn enthalten den am hellsten leuchtenden Farbstoff, den es bei Vögeln weltweit gibt. Von Oktober bis März sind Waldschnepfen auf dem Zug und im Winterquartier. Zu dieser Zeit nutzen sie häufig Weiden und Wiesen, wo sie nachts Nahrung suchen. Liegt kein Schnee, werden in der kalten Jahreszeit auch in der Schweiz sehr viele Waldschnepfen auf solchen offenen Flächen beobachtet. Mehrere Forschungsprojekte der letzten Jahre lieferten neue Erkenntnisse, vor allem über die Richtungen und die Zeiten des Zuges, aber auch zur Struktur der als Lebensraum bevorzugten Wälder.

Pierre Mollet ist Biologe und arbeitet seit über 30 Jahren an der Schweizerischen Vogelwarte in der Abteilung Förderung. Er beschäftigt sich vor allem mit dem Auerhuhn, der Waldschnepfe und dem Haselhuhn.  

Donnerstag, 12. November 2026, 19:30 Uhr
Rathaus Zofingen, Bürgersaal, im 2. Stock
Eintritt frei, ohne Anmeldung

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