6 Plattformen. Ein kleines Ländle. Wo findet Vorarlberg seine Events?
Vorarlberg hat rund 410.000 Einwohner. Und plötzlich mehrere Plattformen, die im Kern dieselbe Frage beantworten wollen:
Was ist los?
wasloft, Vohin, WasMachMa, Vori_lebt, wohin.vol und mivent beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise damit, Veranstaltungen und Freizeitangebote besser auffindbar zu machen.
Sechs Plattformen in einem kleinen Bundesland? Das ist bemerkenswert. Vielleicht zeigt es aber vor allem, dass die bisherige Art, Veranstaltungen zu finden, ein ziemlich offensichtliches Problem hat.
Denn eines war in Vorarlberg eigentlich nie das Problem: dass nichts los wäre.
Das Problem war nie, dass nichts los ist
Konzerte, Märkte, Dorffeste, Theater, Festivals, Kabarett, Vereinsveranstaltungen, Vorträge oder Kinderprogramme – in Vorarlberg findet jeden Tag viel statt.
Das Problem war und ist, rechtzeitig davon zu erfahren.
Das Konzert wird auf Facebook angekündigt, das Dorffest steht auf der Gemeindewebsite, der Club postet auf Instagram, das Theater verschickt einen Newsletter und Tickets gibt es wieder auf einer anderen Plattform. Dazu kommen Tourismuskalender, regionale Medien, Plakate, WhatsApp-Gruppen und persönliche Empfehlungen.
Die Events waren da. Die Informationen überall verteilt.
Social Media hat daran einiges verbessert. Gleichzeitig sehen wir dort nicht automatisch jene Veranstaltungen, die für uns am relevantesten sind. Wir sehen, wem wir folgen, was ein Algorithmus auswählt – und vor allem eines: bezahlte Inhalte.
Ein großes Festival kann seine Sichtbarkeit mit Werbebudget erhöhen. Ein kleiner Kulturverein kann das vielleicht nicht. Das macht Werbung nicht schlecht, zeigt aber ein grundsätzliches Problem:
Sichtbarkeit und Relevanz sind nicht automatisch dasselbe.
Dann wurde aus zu wenig Überblick plötzlich zu viel Information
Die naheliegende Lösung lautet: Wir sammeln einfach alle Veranstaltungen an einem Ort.
Durch digitale und öffentliche Datenquellen ist das heute wesentlich einfacher. Nur entsteht dadurch das nächste Problem:
Viele Termine sind noch keine gute Event-Discovery.
Denn mit der Menge an Informationen wächst nicht automatisch der Überblick. Veranstaltungen können mehrfach auftauchen, unterschiedlich beschrieben oder kategorisiert sein und je nach Quelle ganz andere Informationen enthalten.
Für Nutzer ist am Ende aber nicht entscheidend, wie viele Datensätze eine Plattform verarbeitet. Entscheidend ist, ob sie schnell eine Antwort auf eine einfache Frage bekommen:
„Was ist dieses Wochenende los?“
Genau hier beginnt eine der schwierigsten Aufgaben einer Eventplattform: aus einer großen Menge an Informationen echte Orientierung zu schaffen.
Genau aus diesem Problem entstand mivent
An dieser Stelle gehört Transparenz dazu: Dieser Artikel erscheint auf mivent.app. Wir sind also selbst eine der sechs Plattformen, über die wir hier schreiben.
Wir tun deshalb nicht so, als wäre das ein unabhängiger Test, an dessen Ende wir uns selbst zum Sieger erklären. Viel interessanter ist die Frage, welche unterschiedlichen Ansätze derzeit entstehen.
mivent entstand aus genau der beschriebenen Fragmentierung: Warum muss ich unzählige Quellen durchsuchen, um herauszufinden, was am Wochenende passiert? Und warum hängt die Sichtbarkeit eines Veranstalters immer stärker davon ab, wie gut er Social Media beherrscht oder wie viel Werbebudget zur Verfügung steht?
Also begannen wir, Events aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen.
Dabei wurde schnell klar:
Nur sammeln reicht nicht.
Informationen müssen aufbereitet, Dubletten erkannt und Events den richtigen Veranstaltern und Locations zugeordnet werden. Genau darin liegt heute ein wesentlicher Teil der Arbeit hinter mivent.
Dazu kommt ein regionaler Gedanke: Freizeit endet nicht an der Landesgrenze. Wer in Bregenz wohnt, für den kann ein Konzert in Lindau relevanter sein als eines am anderen Ende Vorarlbergs. Deshalb denken wir Event-Discovery über Vorarlberg hinaus in der Vierländerregion.
Gleichzeitig soll die Entdeckung auf mivent werbefrei bleiben. Ein kleiner Veranstalter soll nicht deshalb schlechter sichtbar sein, weil ein anderer für eine bessere Platzierung bezahlt.
Das war unsere Antwort auf das Problem.
Und plötzlich sind wir nicht mehr allein.
Sechs Plattformen – sechs unterschiedliche Antworten
Innerhalb kurzer Zeit ist rund um Events in Vorarlberg einiges entstanden. Die Plattformen wollen ein ähnliches Problem lösen, unterscheiden sich aber darin, wie sie es angehen.
Wir schauen deshalb bei allen auf dieselben Fragen: Wie ist die Plattform aufgebaut? Wie funktioniert sie? Wo liegt ihre Stärke? Und wo liegen die Grenzen des jeweiligen Ansatzes?
wasloft: Webplattform mit Eventguide und Ticketing
wasloft setzt auf eine webbasierte Plattform mit Fokus auf Vorarlberg und erweitert das Angebot um Freizeit und Gastronomie. Events lassen sich nach Kategorien, Regionen und Zeiträumen entdecken. Dazu kommen redaktionelle Inhalte und Angebote für Veranstalter.
Die besondere Stärke liegt in der Verbindung von Event-Discovery und Vermarktung: Veranstalter können nicht nur sichtbar werden, sondern auch Funktionen rund um Ticketing nutzen. Interessant ist außerdem der Ansatz mit Bewertungen.
Die Herausforderung liegt – wie bei jeder Plattform mit einer großen Datenmenge – in der sauberen Kategorisierung und Relevanz der Inhalte.
Fazit: Ein umfangreicher Web-Ansatz, der Event-Discovery mit zusätzlichen Services für Veranstalter verbindet. Mehr Informationen auf der Website von wasloft.at.
Vohin: Mobile Discovery mit Swipe-Prinzip
Vohin denkt die Eventsuche konsequent mobil und setzt auf eine native App. Herzstück ist ein aus anderen Apps bekanntes Swipe-Prinzip: interessant – speichern; nicht interessant – weiter. Daneben gibt es eine Kategorie basierte Auto-Vorschläge, wie man es von Social Media Status kennt. Ergänzt wird das durch Suche, Filter, Favoriten, Erinnerungen und weitere Discovery-Funktionen.
Die Stärke liegt klar in der spielerischen Inspiration. Nutzer müssen nicht unbedingt wissen, wonach sie suchen, sondern können sich Inspirieren lassen, was sie anspricht.
Gleichzeitig ist genau das die spannende Frage des Ansatzes: Wie gut funktioniert ein Swipe-Prinzip, wenn sehr viele Veranstaltungen und sehr unterschiedliche Interessen zusammenkommen?
Fazit: Ein moderner Mobile-First-Ansatz, der Event-Discovery stärker wie einen Feed als wie einen klassischen Veranstaltungskalender denkt. Mehr Informationen auf der Website von vohin.at.
WasMachMa: österreichweite Freizeit- und Eventplattform
WasMachMa setzt auf eine webbasierte Plattform und verbindet österreichweit Events mit Freizeitaktivitäten und Erlebnissen. Nutzer können suchen, filtern und Veranstaltungen beziehungsweise Freizeitangebote in ihrer Umgebung entdecken.
Die große Stärke liegt in der Breite des Angebots: Wer noch gar nicht weiß, ob es ein Event, ein Ausflug oder eine andere Freizeitaktivität werden soll, findet unterschiedliche Möglichkeiten an einem Ort.
Genau dadurch wird der Eventbegriff allerdings weiter gefasst. Das ist nicht zwangsläufig ein Nachteil, sondern eine Folge der breiteren Positionierung.
Fazit: WasMachMa beantwortet weniger nur „Was findet statt?“ als die größere Frage „Was können wir machen?“ – und geht damit bewusst über eine reine Eventplattform hinaus. Mehr Informationen auf der Website von wasmachma.at.
Vori lebt: Event-Discovery trifft Unterkunft, Genuss und Goodies
Vori_lebt setzt konsequent auf eine native App und verzichtet aktuell auf einen klassischen Web-Auftritt. Neben Event-Discovery bildet die App auch Restaurants und Cafés mit Informationen wie Öffnungszeiten und Speisekarten sowie Unterkünfte und Ferienwohnungen ab.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Gewinnspielen, Gutscheinen und Goodies. Diese reichen von Gratisgetränken über Ermäßigungen bis hin zu Schmuck und Accessoires. Damit schaffen sie über die Eventsuche hinaus Anreize, die App regelmäßig zu öffnen.
Die Stärke liegt damit in der Breite des Angebots: Events werden mit Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und Benefits verbunden. Gleichzeitig ist der Ansatz dadurch deutlich breiter als eine reine Eventplattform und ohne Web-Version findet die Discovery vollständig innerhalb der App statt.
Fazit: Vori lebt versteht sich weniger als reiner Eventguide, sondern verbindet Events, Gastronomie, Unterkünfte und regionale Angebote mit Gutscheinen und Gewinnspielen in einer App. Mehr Informationen auf dem Instagram Profil von vori_lebt.
wohin.vol: Eventguide trifft Medienreichweite
wohin.vol ist ein etablierter Eventguide aus dem Umfeld von Russmedia und setzt auf eine webbasierte Lösung. Neben der klassischen Veranstaltungssuche spielen redaktionelle Tipps, Newsletter und die Reichweite des bestehenden Medienumfelds eine wichtige Rolle. Veranstalter können ihre Events zudem selbst eintragen.
Die große Stärke liegt damit in der Verbindung aus Eventdaten, redaktioneller Auswahl und bestehender regionaler Medienreichweite.
Gleichzeitig ist der Eventbegriff naturgemäß breiter gefasst – was auch zur Rolle eines regionalen Medienangebots passt, das neben Freizeitunterhaltung einen umfassenderen Informationsanspruch verfolgt.
Fazit: Ein etablierter Eventguide, der besonders von der Kombination aus Veranstaltungsdaten, Redaktion und regionaler Reichweite profitiert. Mehr Informationen auf der Website von wohin.vol.at.
mivent: Event-Discovery zwischen Entdecken und Planen
mivent setzt auf Web- und native Apps und konzentriert sich auf öffentliche Events in Vorarlberg und der Vierländerregion. Veranstaltungen werden aus unterschiedlichen Quellen gebündelt, gefiltert und mit Veranstaltern und Locations verknüpft. Nutzer können suchen, filtern, favorisieren sowie Veranstaltern und Locations folgen.
Zusätzlich lassen sich private Events erstellen und gezielt innerhalb der eigenen Community teilen, etwa über Social Media. Ein smarter Kalender, der mit bestehenden Kalendern gekoppelt und synchronisiert werden kann, verbindet Event-Discovery mit der persönlichen Freizeitplanung.
Die Stärke liegt in der Verbindung von Entdecken, Merken und Planen sowie dem Community-Aufbau für Veranstalter. Die Herausforderung ist dabei selbst gewählt: Je mehr Quellen einfließen, desto anspruchsvoller werden Datenaufbereitung und Klassifizierung – also auch die Frage, was ein relevantes Event und was lediglich ein öffentlicher Termin ist.
Fazit: mivent fokussiert sich auf die Frage: Was findet statt – und wie behalte ich meine Freizeit einfach im Blick? Mehr Informationen auf der Website von mivent.app.
Wenn überall dieselben Events stehen – wo entsteht der Mehrwert?
Damit kommen wir zur eigentlich spannenden Frage.
Viele Veranstaltungsinformationen sind heute öffentlich verfügbar. Dieselbe Veranstaltung kann beim Veranstalter, bei der Location, im Ticketshop, im Tourismuskalender und auf mehreren Eventplattformen auftauchen.
Wenn mehrere Plattformen diese Informationen darstellen können, verliert die reine Anzahl an Einträgen irgendwann an Aussagekraft.
10.000 Datensätze sind nicht automatisch besser als 5.000.
Entscheidend ist, was zwischen Datenquelle und Nutzer passiert.
Sind die Informationen korrekt? Gibt es Dubletten? Ist es tatsächlich ein relevantes Event? Und entdecke ich auch das kleine Konzert ohne großes Marketingbudget?
Vor allem aber:
Hilft mir die Plattform dabei, etwas zu entdecken, von dem ich vorher noch gar nicht wusste, dass ich danach suchen sollte?
Genau dort entsteht aus unserer Sicht der eigentliche Mehrwert.
Nicht beim Import der Daten. Sondern danach.
Mehr Events sind nicht automatisch besser
Dabei müssen auch wir unsere eigene Position hinterfragen.
Filtern bedeutet entscheiden – und Entscheidungen können falsch sein.
Vielleicht interessiert jemanden ein besonderer Meditationsabend mehr als das größte Festival des Landes. Wer zu stark filtert, kann relevante Dinge aussortieren.
Wer dagegen alles übernimmt, riskiert wieder das Problem, das eine Eventplattform eigentlich lösen sollte:
Zu viel Information und zu wenig Orientierung.
Die perfekte Grenze kennen auch wir nicht.
Aber wir glauben, dass eine Eventplattform diese Frage bewusst beantworten muss.
Vielleicht ist Instagram der eigentliche Konkurrent
Vielleicht diskutieren wir ohnehin über die falsche Konkurrenz, wenn man es so nennen will.
Denn wasloft, Vohin, WasMachMa, Vori lebt, wohin.vol.at und mivent konkurrieren nicht nur miteinander. Sie konkurrieren mit längst etablierten Gewohnheiten.
Instagram öffnen. Google fragen. Bei regionalen Medien nachsehen. Dem Lieblingsclub folgen. Eine WhatsApp-Nachricht bekommen. Freunde fragen.
Social Media ist hervorragend darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Veranstalter können diese Aufmerksamkeit zusätzlich mit bezahlter Reichweite verstärken.
Eine unabhängige Event-Discovery sollte aus unserer Sicht anders funktionieren: Das kleine Dorffest sollte nicht deshalb unsichtbarer sein, weil das große Festival mehr Werbebudget hat.
Gleichzeitig müssen Eventplattformen erst beweisen, dass sie etwas besser können als Instagram, Google oder die Empfehlung eines Freundes.
Wie viele Eventplattformen braucht Vorarlberg wirklich?
Rund 410.000 Einwohner, sechs Plattformen – und unzählige unterschiedliche Vorstellungen davon, was eine gute Freizeit ausmacht.
Vielleicht ist deshalb nicht entscheidend, wie viele Plattformen es gibt oder wer die meisten Events sammelt.
Denn am Ende wollen wir alle vor allem eines: ein gutes Leben leben.
Als Single, als Paar oder als Familie. Mit oder ohne Kinder. Jung oder alt. Konzertfan, Sportbegeisterte, Kulturinteressierter oder jemand, der einfach spontan etwas unternehmen möchte.
Wir sind unterschiedlich. Und genauso unterschiedlich sind die Veranstaltungen, die unser Leben bereichern.
Die Aufgabe einer guten Eventplattform ist deshalb nicht, möglichst viel anzuzeigen. Sie sollte dabei helfen, aus all dem, was stattfindet, das zu entdecken, was gerade zum eigenen Leben passt.
Genau daran arbeiten wir mit mivent.
Denn am Ende geht es nicht nur darum zu wissen, was los ist.
Sondern darum, mehr von dem zu erleben, was uns wichtig ist.
Wenn du selbst herausfinden willst, ob mivent dabei hilft, mehr von dem zu entdecken, was zu deinem Leben passt – werbefrei, über Vorarlberg hinausgedacht und direkt mit deinem Kalender verbunden – dann probiere es einfach aus.
Jetzt App herunterladen.
Veröffentlicht am 20. August 2026
von Andreas